Apothekertag mit Antrag gegen Homöopathie hallt nach

Apothekertag mit Antrag gegen Homöopathie hallt nach

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Apotheker äußern sich in Leserbriefen in der DAZ pro Homöopathie in Apotheken

In Reaktion auf die Entscheidung des Deutschen Apothekertags, einen Antrag zur Streichung der Homöopathie aus der Bereichsweiterbildung für Apotheker in einen Ausschuss zu verweisen, verzeichnete die Deutsche Apotheker Zeitung (DAZ) eine Reihe von Leserbriefen. Deren Autoren nehmen Stellung zum Antrag und sprechen sich pro Homöopathie in Apotheken aus. Für einen dieser Leserbriefschreiber ist die Berufskompetenz der Apotheker nicht nur auf Evidenz zurückzuführen. Für ihn verkennt diese Sichtweise die Realität des Alltags in Apotheken. Zwar müssten die Apotheker ihre Arbeit auf solide Fachkompetenz aufbauen. Doch mit Wissenschaft allein könne nur ein kleiner Teil der tagtäglichen Herausforderungen gelöst werden. Konsequenterweise müsse bei einer Entscheidung gegen die Homöopathie Off-Label-Use generell aus der Apotheke verschwinden. Auch anerkannte schulmedizinische Therapien ließen oft einen Mangel an Evidenz erkennen.

Das Optimum ist evidenzbasierte Medizin in Verbindung mit eigener Erfahrungsmedizin

Ein weiterer Leserbriefschreiber stellt heraus, nicht alles lasse sich ausblenden, was noch keine Evidenz habe. Es gelte, sich konstruktiv mit der Homöopathie auseinandersetzen. Der Rückzug auf die Naturwissenschaft sei nicht hilfreich.
Eine andere Apothekerin sieht die Debatte um die Homöopathie als typisches Sommerloch-Thema. Die Wirkung von Homöopathika sei keinesfalls nur Kopfsache. Sie selbst könne ganze Abende füllen mit den erlebten Wirkungen, die rein gar nichts mit Kopfsache zu tun hätten. Für sie liegt das Optimum in einer Kombination von evidenzbasierter Medizin und eigener Erfahrungsmedizin, die berücksichtige, dass der Mensch weder Prototyp noch Roboter sei, den man mit einer Werkzeugkiste aus Leitlinien behandeln könne. Jeder Mensch sei ein individuelles Geschöpf, dem eine genauso individuelle Behandlung zustehe. Beide Therapierichtungen hätten ihre Grenzen. Wissenschaft sei heute kaum noch unabhängig und längst nicht das Alleinseligmachende. Dass es so „nutzlose Anträge“ auf dem Deutschen Apothekertag überhaupt so weit nach vorne geschafft haben, ist ihrer Einschätzung nach der Tatsache geschuldet, dass diejenigen die sich mit Homöopathie auskennen ihre wertvolle Zeit nicht mit Nutzlosigkeit kaputtmachen wollen.

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