Gegner der Homöopathie zielen jetzt auch auf Integrative Medizin

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Münsteraner Kreis poltert gegen die Verbindung aus konventioneller und komplementärer Medizin

 

Mit drastischen Worten und an Ideologie grenzender Engstirnigkeit setzt sich der Münsteraner Kreis, ein Zusammenschluss von Gegnern komplementärer Verfahren wie der Homöopathie, in einem Memorandum mit dem Behandlungskonzept der Integrativen Medizin auseinander. Unter Integrativer Medizin verstehen Mediziner die Verbindung ärztlicher Medizin und ärztlicher Komplementärmedizin zu einem sinnvollen Gesamtkonzept mit dem Ziel, Nebenwirkungen zu reduzieren und Patienten individuell optimal zu versorgen. Im Blick dabei hat die Integrative Medizin vor allem die chronischen Erkrankungen, bei denen die konventionelle Akutmedizin häufig an ihre Grenzen stößt.

 

Kritiker führt Professorentitel für Alternativmedizin

 

Im Memorandum des Münsteraner Kreises kritisiert Allgemeinmedizinerin Dr. Claudia Novak die Integrative Medizin als „guruhafte Selbstinszenierung“ von Ärzten und Therapeuten, die die evidenzbasierte Medizin untergrabe und zu einer Verschlechterung der Patientenversorgung führe. Ihr zur Seite springt Prof. Dr. Edzard Ernst, emeritierter Professor für Alternativmedizin, der sich in Bezug auf die Homöopathie vom Paulus zum Saulus gewandelt und einen regelrechten medialen Feldzug gegen Befürworter von Behandlungsverfahren führt, die ihre Evidenz nicht in randomisierten Placebo-kontrollierten Studien unter Beweis stellen konnten. Dass es sich dabei um eine Vielzahl von Medikamenten handelt, die ganz selbstverständlich in der Alltagsmedizin angewendet werden – Bespiel Betablocker oder andere kardiologische Arzneien – lässt der Professor außen vor. „Wie der Teufel das Weihwasser scheint der Münsteraner Kreis das Konzept der Integrativen Medizin zu fürchten. Die Vehemenz gepaart mit Angst, mit der sie vor dem Behandlungskonzept warnen, lässt aufhorchen. Als erfahrener Gynäkologe, der über Jahrzehnte hinweg in seiner Praxis erfolgreich biologische additiv gearbeitet hat, kann ich über eine solche Engstirnigkeit nur den Kopf schütteln“, stellt Dr. med. Fred-Holger Ludwig heraus. Die Wissenschaft setze sich doch nicht selbst Grenzen, sondern ihr sei die Methodenpluralität immanent. „Warum legt Prof. Ernst eigentlich seinen Professorentitel für Alternativmedizin nicht ab? Das müsste doch die logische Konsequenz aus seiner überlauten Kritik an etablierten Behandlungskonzepten von der Homöopathie bis hin zur Integrativen Medizin sein“, hinterfragt Dr. Ludwig.

 

Wer höchste Evidenz zum Zulassungskriterium erklärt, nimmt Patienten Chance auf Behandlungserfolg

 

Beim Konzept der Integrativen Medizin gehe darum, alternative Verfahren in die Medizin einzuschleusen, behaupten die Kritiker des Konzepts, ohne zu erwähnen, dass viele naturheilkundliche Verfahren seit Jahrhunderten mit guten Ergebnissen zur Anwendung kommen und die Versorgungsforschung ihnen beste Noten ausstellt. „Im Übrigen sollten die Wissenschaftler unter den Vertretern des Münsteraner Kreises wissen, dass man individualisierte Behandlungskonzepte nur schwer mit den standardisierten Verfahren von randomisierten, Placebo-kontrollierten Studien erfassen kann. Wer die höchste Evidenz zum Zulassungskriterium erklärt, macht Medizin unmöglich und nimmt zum Beispiel Patienten in der Onkologie oder mit seltenen Erkrankungen Chancen auf einen Behandlungserfolg. Denn auch dort kommen Medikamente zum Einsatz, die sich nicht auf eine hohe Evidenz, abgeprüft in Studien mit Placebo-Kontrolle stützen können, weil die Fallzahl zu niedrig ist“, merkt Dr. Ludwig an.

Homimed ist eine Informations- und Serviceplattform, die sich als Sprachrohr für die Homöopathie versteht.