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In einem Hintergrundpapier(1) hat die Hufelandgesellschaft als ärztlicher Dachverband für Naturheilkunde, komplementäre und Integrative Medizin eine grundlegende Definition und ein Konzept der integrativen Medizin vorgelegt. Für Dr. med. Fred-Holger Ludwig, der selbst als niedergelassener Gynäkologie langjährige positive Erfahrungen mit biologisch additiven Behandlungsmethoden gemacht hat, ist das dahinterstehende Konzept eine wichtige Grundlage, um die moderne Medizin patientenzentriert und zugleich evidenzbasiert zu gestalten. Doch was genau steckt hinter der Integrativen Medizin?
Die Hufelandgesellschaft definiert Integrative Medizin als eine Synthese von konventionellen und komplementären Therapiemethoden zu einem sinnvollen Gesamtkonzept auf wissenschaftlicher Basis, basierend auf ärztlicher Kompetenz in beiden Bereichen. Der Dachverband kennzeichnet dieses Behandlungskonzept als eine rationale Verbindung von konventioneller Medizin mit ärztlich geleiteter Komplementärmedizin. Sie sei gekennzeichnet durch eine patientenzentrierte und ressourcenorientierte Gesundheitsversorgung. Anders als in der rein konventionellen Medizin werde die Präferenz des Patienten als dritte Säule einer Evidenz-basierten Medizin berücksichtigt und Patienten so als aktive Partner in die therapeutischen Prozesse einbezogen. Dabei zählt die Hufelandgesellschaft die Homöopathie und andere naturheilkundliche Verfahren zum Spektrum der Komplementärmedizin, die in Verbindung mit konventionellen Behandlungsmethoden den Patienten intensiv in die Behandlung, insbesondere von chronischen Erkrankungen einbezieht. Neben den spezifischen Behandlungsverfahren spielen der Hufelandgesellschaft zufolge dabei auch Änderungen des Lebensstils, der Ernährung und sportlicher Betätigung sowie Stressreduktion eine Rolle.
Bei der Behandlung von chronischen Schmerzsyndromen in der Palliativmedizin, der hausärztlichen Versorgung – insbesondere mit Blick auf die Reduktion von Antibiotika – habe sich die multimodale Behandlungsstrategie der Integrativen Medizin längst durchgesetzt. So betont die Hufelandgesellschaft, auch die Begleitung konventioneller onkologischer Therapien im Sinne einer integrativen Onkologie werde als „State of the Art“ eingefordert. So ergänzten sich komplementärmedizinische Verfahren in der Integrativen Medizin sinnvoll, effektiv, nebenwirkungsarm und zumeist kostengünstiger mit der konventionellen Medizin. In vielen allgemeinmedizinischen Praxen in Deutschland hat sich die Methode der integrativen Medizin bereits durchgesetzt. So konnte eine Studie(2) nachweisen, dass 60 Prozent der niedergelassenen Allgemeinmediziner eine oder mehrere Methoden der Komplementärmedizin anwenden.
(1) https://www.hufelandgesellschaft.de/fileadmin/Dokumente/Hufelandgesellschaft_Hintergrundpapier_Integrative_Medizin.pdf, abgerufen am 21. April 2022.
(2) Joos, Stefanie; Musselmann, Berthold; Szecsenyi, Joachim (2011): Integration of complementary and alternative medicine into family practices in Germany: results of a national survey. In: Evidence Based Complemententary Alternativ Medicine 2011, 495813.
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