Forschung zur Homöopathie - was bringt ein neuer Lehrstuhl?

Forschung zur Homöopathie – was bringt ein neuer Lehrstuhl?

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Tübinger Lehrstuhl für Komplementärmedizin wie Homöopathie setzt neuen Forschungsschwerpunkt

An der Universität Tübingen wird ein Lehrstuhl für Komplementärmedizin eingerichtet. Das hat das baden-württembergische Landeskabinett beschlossen. Worum geht es dabei?

– Der Lehrstuhl soll alternative Heilmethoden wissenschaftlich untersuchen.
– Dazu gehören Naturheilverfahren wie die Homöopathie.
– Zudem soll er prüfen, wie sie die konventionelle Therapie sinnvoll ergänzen können.
Es gibt in der Komplementärmedizin bislang noch wenig Forschung. Ihre Evidenz beruht vor allem auf Erfahrung und dem Wunsch der Patienten. Teilweise sind die Wirkungsprinzipien komplementärmedizinischer Arzneimittel noch ungeklärt. Teilweise sind sie noch nicht ausreichend nach den Methoden der medizinischen Forschung untersucht. Das ist in einigen Bereichen der Schulmedizin ähnlich.

Baden-Württemberg will Vorreiterrolle in der Forschung zu alternativen Heilmethoden wie Homöopathie

Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Grüne), sieht sein Land dabei in einer Vorreiterrolle. Ziel sei, die wissenschaftliche Forschung über alternative Heilmethoden universitär voranzubringen. Langfristig soll sie sich in der medizinischen Versorgung etablieren. Kretschmann plädiert folglich für eine integrative Medizin. Sie verbindet konventionelle Behandlungsmethoden, komplementäre Verfahren wie die Homöopathie und andere naturheilkundliche Methoden sinnvoll und zum Patientenwohl. Bei der Etablierung der Komplementärmedizin an der Universität Tübingen wird das Bundesland von der Robert-Bosch-Stiftung unterstützt. Beteiligt ist zudem das Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart. Hier soll neben der wissenschaftlichen Forschung die Wirksamkeit von naturheilkundlichen Verfahren in der klinischen Praxis untersucht werden. Das diene der Patientensicherheit. Zudem sollen entsprechende Therapieangebote fest verankern werden. In den ersten Jahren trägt die Robert-Bosch-Stiftung die Kosten von etwa 1,8 Millionen Euro. Danach prüft das Land eine Anschlussfinanzierung.

Integrative und maßgeschneiderte Therapien sind das Ziel

Das baden-württembergische Wissenschaftsministerium betont, dass alternative Heilmethoden schwere Erkrankungen wie Krebs nicht heilen könnten. Dennoch zeigen die Erfahrung sowie bisherige wissenschaftliche Ergebnisse, sie können zu Behandlungserfolgen beitragen. Außerdem könnten damit Patienten unterstützen werden, komplexe und anstrengende Therapien zu überstehen. So habe sich gezeigt, dass alternative Heilmethoden dabei helfen können, die Nebenwirkungen von Chemotherapie oder Bestrahlung besser zu bewältigen. Ziel sei es, im Sinne einer integrativen Medizin maßgeschneiderte Therapien vor allem für Tumorpatienten zu entwickeln.

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