Arnica

Volksname:

Arnica, Fallkraut

Weitere Namen: Arnica montana, Bergwohlverleih

Familie: Die echte Arnica gehört zu einer Gattung von etwa 30 Arten aus der Familie der Korbblütler.

Ursprüngliches Verbreitungsgebiet: In Höhenlagen vieler Länder Europas auf Bergwiesen mit leicht saurer Bodenbeschaffenheit.

Botanik: Krautige, mehrjährige Pflanze mit Wuchshöhen von etwas 30, selten auch bis zu 60 Zentimetern. Die in Rosetten angeordneten länglichen Blätter wachsen in Bodennähe. Die hellorange bis gelben Blütenkörbchen verbreiten einen aromatischen Duft und blühen von Juli bis September. In vielen Ländern ist Arnica vom Aussterben bedroht. Die Pflanze steht deshalb in ganz Europa unter Naturschutz und darf nicht gepflückt werden. Einige Arten eigenen sich für den industriellen Anbau zur weiteren Verwendung als Arzneipflanze.

Blütezeit: Juli bis September

Wesentliche Inhaltsstoffe: In der Naturheilkunde werden die Arnikablüten verwendet. Sie enthalten Sesquiterpenlactone und Helenalin, daneben Flavonoide sowie Gerbstoffe, Cumarine und eine geringe Menge an ätherischem Öl.

Arnica montana findet in der Homöopathie vor allem als Erste-Hilfe-Mittel Anwendung. Es kann bei Sportverletzungen, Unfällen, Prellungen, Stürzen oder Stoßverletzungen zum Einsatz kommen. Schwellungen und Berührungsempfindlichkeit oder Blutergüsse sprechen als Leitsymptome für Arnica.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung: Arnica ist eine anspruchslose, duftende Blühpflanze

Die zu den Korbblütlern zählende Arnica montana erreicht als Stängelpflanze eine Höhe bis gut einen halben Meter. Sie verfügt über ein Wurzelrhizom, die Blätter sitzen in Rosetten am Stängel und die charakteristischen gelben bis hell-orangefarbenen Blüten verströmen einen feinen intensiven Duft. Bemerkenswert ist die Anspruchslosigkeit der in den Bergen beheimateten Pflanze, die auf kargen Böden gedeiht und kaum nährstoffhungrig ist. Sie ist als giftig eingestuft, wobei überempfindliche oder allergische Reaktionen bei Hautkontakt seltener sind als Vergiftungssymptome bei oraler Einnahme.

Andere Bezeichnungen sind Bergwohlverleih und Fallkraut – beide vermutlich darauf zurückzuführen, dass Arnica unabhängig von der homöopathischen Anwendung bei Bergwanderern für ihre heilsamen Wirkungen bekannt geworden ist: Ist nach Verletzungen durch einen Sturz (Fall) Arnica montana zur Hand, werden die zerriebenen Blüten aufgetragen, um sich Linderung (Bergwohlverleih) zu verschaffen.

Herkunft von Arnica: Berge und Alpen Europas

Die Echte Arnika, so die deutsche Bezeichnung, ist in höheren Lagen von Nordeuropa bis ins nördliche Südeuropa beheimatet. Sie gilt als typische Alpenpflanze und ist in der Bergwelt auch auf Wiesen anzutreffen. Magere Böden sind der Pflanze willkommen, in niedrigeren Regionen bevorzugt sie saure Moorböden. Überliefert ist sie als Heilpflanze seit dem Mittelalter und stieß auch in der frühen Schulmedizin auf Interesse, der sie bis heute zur Anwendung bei verschiedenen äußeren Verletzungen erhalten geblieben ist.

Arnica ist eine typische Alpenpflanze.

Wirkspektrum: Blutgefäße, Muskeln, umliegendes Gewebe

Während sich die Schulmedizin auf das Wirkspektrum der Inhaltsstoffe der Blüten fokussiert, betrachtet die Homöopathie bei Arnica vor allem die Bedeutung für das Blut und den Blutfluss: Bei einer stumpfen Verletzung ist der blaue Fleck oder Bluterguss eine typische Folge. Er entsteht durch eine Einblutung in die umliegenden Gefäße oder in das Gewebe. Dort gerinnt das ausgetretene Blut, was zu der charakteristischen Verfärbung führt. Arnica wird als homöopathisches Mittel verwendet, um die Blutbildung und -zirkulation zu unterstützen, wodurch sich Linderung erhofft wird. Häufige homöopathische Einsatzgebiete sind Überanstrengung, Muskelkater, Prellungen, Verstauchungen, Quetschungen, Hämatome und Schwellungen, wie sie aufgrund einer Operation auftreten können.

Verwendung: Arnica als Erste-Hilfe-Mittel

Für homöopathische Mittel kann die gesamte Pflanze verwendet werden, bevorzugt zur Blütezeit und insbesondere die Blüten selbst. Die Verabreichung erfolgt in Form von Globuli oder Tabletten, flüssig oder als Salbe.

Als homöopathisches Erste-Hilfe-Mittel kommt Arnica bei stumpfen Verletzungen zum Einsatz, wozu auch eine Gehirnerschütterung zählen kann. Weiterhin wird es verwendet bei verschiedenen Beschwerden, die mit dem Blut in Zusammenhang stehen, darunter Bluthochdruck, Neigung zu Krampfadern und Arteriosklerose. Allgemein spricht aus homöopathischer Sicht die Schockreaktion des Körpers nach einem Unfall oder einer Verletzung für Arnica, was sich auf den seelischen oder emotionalen Schock, der sich etwa in Verwirrung oder allgemeinem Gefühl von Zerschlagenheit äußern kann, ausdehnen lässt.

Wichtig ist: Bei ernsthaften Verletzungen, länger anhaltenden Beschwerden oder einer Verschlimmerung immer einen Arzt zu konsultieren. Das gilt auch für eine medizinische Abklärung der tatsächlichen Folge.

In welchen Formen gibt es Arnica?

Arnica wird in verschiedenen Formen angeboten, einschließlich:

1. Salben und Cremes:
Arnica-Salben und -Cremes werden zur äußerlichen Anwendung auf die Haut aufgetragen und können bei Muskel- und Gelenkschmerzen, Blutergüssen und Schwellungen helfen.

2. Tinkturen:
Arnica-Tinkturen sind alkoholische Extrakte und werden in der Regel zur oralen Einnahme verdünnt. Sie können bei Verdauungsstörungen, Magenschmerzen und Entzündungen im Mund- und Rachenbereich helfen.

3. Globuli:
Arnica-Globuli sind homöopathische Mittel, die zur Behandlung von Verletzungen und Prellungen eingesetzt werden.

4. Öle:
Arnica-Öle werden durch das Einweichen der Blüten in Pflanzenöl hergestellt und können bei der Linderung von Schmerzen und Entzündungen helfen.

Typische Krankheiten und Zustände, die gut auf Arnica ansprechen

Arnica wird oft bei der Behandlung von Schmerzen, Prellungen und Schwellungen eingesetzt. Typische Krankheiten und Zustände, bei denen Arnica helfen kann, sind:
• Muskelkater und Muskelverspannungen
• Prellungen und Verstauchungen
• Gelenkschmerzen und Arthritis
• Rückenschmerzen und Nackenschmerzen
• Schmerzen nach Operationen oder Verletzungen
• Blutergüsse und Schwellungen
• Müdigkeit und Erschöpfung nach körperlicher Anstrengung
• Grippe mit Gliederschmerzen
• Insektenstiche
• Zahnschmerzen.
Bevor Sie Arnica verwenden, sollten Sie sich immer mit Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.

Dosierung und Einnahme von Arnica bei Erwachsenen

Die Homöopathie ist eine individuelle Behandlungsform. Entsprechend individuell und symptombezogen ist auch die Dosierung, die je nach Potenzierung unterschiedlich ausfallen kann. Genaue Angaben zur passenden Potenzierung, die bei Erwachsenen höher ausfällt als bei Kindern, können homöopathisch qualifizierte Ärzte, Apotheker oder Heilpraktiker machen. Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte empfiehlt für alle homöopathische Arzneimittel die Potenz C12 in einer Dosierung von zwei bis drei Globuli, bis zu viermal täglich.

Dosierung und Einnahme von Arnica bei Kindern

Generell gilt, dass die Einnahme von Arnica mit einem Kinderarzt oder einem erfahrenen Homöopathen besprochen werden sollte. Wenn Kinder beim Spielen stürzen oder sich verletzen, können zur Behandlung von Schwellungen und Blutergüssen Arnica D6 Globuli zum Einsatz kommen.

Dosierung und Einnahme von Arnica bei Tieren

Arnica wird bei Tieren aufgrund ihrer entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften als Naturheilmittel eingesetzt. Die Anwendungsgebiete ähneln denen beim Menschen. Arnica wird häufig bei Verletzungen, Prellungen, Muskelkater und anderen Beschwerden, die mit Schmerzen oder Entzündungen verbunden sind, eingesetzt. Die genaue Dosierung sollte mit einem in Homöopathie qualifizierten Tierarzt oder Tierheilpraktiker besprochen werden.

Fragen und Antworten zu Arnica

Bei welchen Beschwerden kann Arnica zum Einsatz kommen?

Arnica kann das Mittel der Wahl sein, wenn es zu Verletzungen, Unfällen, Prellungen, Blutergüssen oder Quetschungen kommt. Es gilt als typisches Arzneimittel bei Wunden. Auch nach Operationen oder zahnärztlichen Eingriffen kann Arnica infrage kommen.

Kann Arnica Nebenwirkungen haben?

Bei äußerlicher Anwendung kann Arnica bei manchen Menschen Hautreizungen oder allergische Reaktionen verursachen. Die Einnahme von Arnica in unverarbeiteter Form kann zu Übelkeit, Magen- und Kopfschmerzen, Schwindel oder Herzklopfen führen.

Kann Arnica während der Schwangerschaft oder Stillzeit angewendet werden?

Schwangere oder stillende Frauen sollten Arnica nicht anwenden.

Kann Arnica während der Schwangerschaft oder Stillzeit angewendet werden?

Die Einnahme von Arnica zusammen mit anderen Medikamenten kann Wechselwirkungen verursachen. Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt oder Apotheker konsultieren, bevor Sie Arnica in Kombination mit anderen Medikamenten einnehmen.

Ist Arnica für die langfristige Anwendung geeignet?

Arnica gilt als klassisches Notfallpräparat, das für die dauerhafte Medikation nicht geeignet ist. Zur inneren Anwendung sind ausschließlich zugelassene homöopathische Arzneimittel zu verwenden. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Arzt, Apotheker oder Heilpraktiker.

Wo kann ich Arnica-Produkte kaufen?

Arnica-Produkte sind in vielen Reformhäusern, Apotheken und Online-Shops erhältlich. Es ist jedoch wichtig sicherzustellen, dass Sie qualitativ hochwertige Produkte von vertrauenswürdigen Quellen erwerben.

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Dr. med. Fred-Holger Ludwig

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