Kalium bichromicum

Weitere Namen: Kaliumdichromat, Chrom

Vorkommen: Der Chromit, auch als Chromeisenstein bezeichnet, ist das wichtigste chromhaltige Mineral. Es handelt sich dabei um ein schwarzes Gestein mit fettigem Metallglanz. Sein Verbreitungsgebiet liegt in Südafrika, der ehemaligen UDSSR, in Brasilien, auf den Philippinen, in Albanien, der Türkei, Indien, Finnland und Simbabwe.

Merkmale: Der Name Chrom lehnt sich an das griechische Wort „Chroma“ für Farbe an. Denn die meisten Chromverbindungen, wie auch Kaliumdichromat, weisen schöne Farben auf. Kalium bichromicum bildet orangerote, nicht hygroskopische Kristalle. Sein Schmelzpunkt liegt bei 397 Grad Celsius. Bei dieser Temperatur verfärbt es sich schwarz, beim Abkühlen und Kristallisieren und dann wieder rötlich. Kalium bichromicum ist gut wasserlöslich, lässt sich jedoch nicht in Alkohol oder anderen organischen Lösungsmitteln lösen.

Eigenschaften: Bei Temperaturen über 400 Grad Celsius zerfällt Kaliumdichromat in Kaliumchromat, Chromoxid und Sauerstoff. Es ist ein starkes Oxidationsmittel, weshalb beim Kontakt mit brennbaren organischen Stoffen absolute Vorsicht geboten ist. Mit Salzsäure entwickelt es Chlorgas. Mit Schwefelsäure wird es in der organischen Chemie als Oxidationsmittel verwendet. Es kann Ätzungen auf der Haut und den Schleimhäuten verursachen. Eine orale Einnahme kann Leber- und Nierenschäden, Magen-Darm-Entzündungen, Durchfälle bis hin zu einem Kollaps verursachen. Auch Hinweise auf eine carcinogene Wirkung gibt es. Als essentielles Spurenelement hat es eine Bedeutung für den Glukosestoffwechsel.

Kalium bichromicum nimmt als Schüßler Salz 27 eine besondere Stellung unter den homöopathischen Mitteln ein: Das Kaliumsalz ist chemisch sehr reaktiv und soll in seiner homöopathischen Aufbereitung auch im Organismus reaktiv regulierend wirken. Das gilt vor allem für feste Strukturen und die Atemwege.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung: toxisches kristallines Salz

Kalium bichromicum findet als Kaliumsalz in der Industrie als Reagens Verwendung und wird als Farbstoff genutzt. Das Salz verfügt über eine kristalline Struktur, neigt zur Oxidation und wirkt brandbeschleunigend bis explosiv. Bei Hautkontakt kann es ebenfalls heftige Reaktionen auslösen, die sich in Verätzungen, Verbrennungen und tiefen Geschwüren zeigen. Die industrielle Nutzung als Farbstoff ist auf Chromsäure zurückzuführen – Kaliumdichromat ist das Kaliumsalz einer solchen und der griechische Begriff „chroma“ bedeutet „Farbe“. Die orangefarbene kristalline Substanz ist wasserlöslich und färbt sich unter Hitzeeinwirkung dunkler bis hin zu schwarz.

Während das reaktive und oxidative Kalium bichromicum in seiner eigentlichen Form vor allem die Schleimhäute angreift, ist es in der Homöopathie bedeutsam für die Atemwege: Bei Atemwegserkrankungen setzt eine körperliche Reaktion ein, in die die potenzierte Substanz einerseits regulierend eingreifen soll. Speziell die Atemwege haben eine enge Verbindung zu Sauerstoff, der häufig an Oxidation beteiligt ist.

Herkunft: Gewinnung auf Basis von Chromit

In der Natur wird man Kalium bichromicum aufgrund seiner hohen Reaktivität und Wasserlöslichkeit vergeblich suchen. Die Gewinnung erfolgt daher chemisch unter Beteiligung von Chromit, auch als Chromeisenstein bekannt. Das schwarze Gestein wird mit Kaliumkarbonat und Kalziumkarbonat verschmolzen, um die Verbindung anschließend Sauerstoff zur Oxidation auszusetzen. Das Ergebnis ist Kaliumchromat. Durch die Zugabe von Säure erfolgt eine kristalline Neustrukturierung und es entsteht Kaliumdichromat, das schließlich der homöopathischen Potenzierung dient.

Kalium bichromicum kann bei einigen Atemwegsproblemen eingesetzt werden

Wirkspektrum: strukturell und reaktiv

Ist Chrom als Spurenelement wichtig für den Glukosestoffwechsel, erfolgt die homöopathische Anwendung des Kalium bichromicum laut Schüßler zwecks Regulierung der Verstoffwechselung der Makronährstoffe sowie des Gefäßsystems und weiterer struktureller Organismusfunktionen. Struktur und Ordnung spielen in der Leitsymptomatik eine übergeordnete Rolle: Ist ein Mensch darin zu sehr verhaftet, kann sich dies nach homöopathischer Auffassung bei Atemwegserkrankungen in zäher, schwer löslicher Schleimbildung äußern. Diese ist ein Indikator für die Gabe des Schüßler Salzes 27, wobei neben den Atemwegen selbst auch benachbarte Regionen wie die Augen, Ohren, Stirn- und Kieferhöhlen betroffen sein können. Hier soll Kalium bichromicum regulierend eingreifen.

Ein regulierender Effekt wird außerdem für den Cholesterinstoffwechsel und bei Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen im Stirnbereich, Migräne, asthmatischen Problemen, gelegentlich auch rheumatischen und Magen-Darm-Beschwerden erhofft.

Verwendung: Infekte mit zäher, klebriger Schleimbildung

Die Einnahme von Kalium bichromicum erfolgt meist als Globuli. In erster Linie wird es bei akuten Infekten des Nasen-Rachenraumes angewandt, die mit zäher, klebriger Schleimbildung und dadurch verstopften Atemwegen einhergehen. Der festsitzende, farbige Schleim spiegelt oft die Introvertiertheit und eine in Strukturen verhaftete konservative, unflexible Haltung des Betroffenen. Deren ruhiges Gemüt kann sich in einem höheren Körpergewicht ausdrücken und gelegentlich besteht eine allgemeine Neigung zu Gelenkschmerzen, die als Einschränkung des Bewegungsapparates eine innere Inflexibilität veranschaulichen. Typischerweise verschlimmern sich die Symptome bei Kälte und Feuchtigkeit sowie zu bestimmten Tageszeiten.

Kalium bichromicum ist nicht rezeptpflichtig, jedoch sollte bei einer hartnäckigen Erkrankung, anhaltenden Beschwerden oder einer Verschlimmerung zwecks Diagnose und Behandlung immer ein Arzt aufgesucht werden.

In welchen Formen gibt es Kalium bichromicum?

In der Homöopathie wird Kalium bichromicum in der Regel in Form von Globuli eingesetzt. Es ist jedoch auch in Tablettenform oder als Dilution in unterschiedlicher Potenzierung erhältlich. Welche Darreichungsform im individuellen Fall sinnvoll ist, sollten Sie mit ihrem Arzt, Apotheker oder Heilpraktiker besprechen.

Dosierung und Einnahme von Kalium bichromicum

Die Dosierung und Einnahme von Kalium bichromicum hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel dem individuellen Gesundheitszustand, der Schwere der Symptome und der Form des Arzneimittels. Homöopathisch qualifizierte Ärzte, Apotheker oder Heilpraktiker legen anhand der Anamnese eine spezifische, symptombezogene Dosierung fest. Zur Selbstbehandlung mit Kalium bichromicum empfiehlt der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) die Potenz C12 mit zwei bis drei Globuli pro Gabe, viermal täglich. Die Globuli im Mund zergehen lassen, 15 Minuten vor und nach der Einnahme möglichst auf Essen und Trinken verzichten.
Wichtig zu beachten: Bei der Selbstbehandlung mit homöopathischen Arzneimitteln sollte stets nur ein Mittel auf einmal angewendet werden. Tritt eine Verschlechterung auf oder halten die Symptome über mehrere Tage an, sollte ein Arzt kontaktiert werden. Setzen Sie zudem niemals ein konventionelles Arzneimittel ohne Rücksprache mit ihrem Arzt zugunsten eines Homöopathikums ab. Besprechen Sie die Änderungen an ihrem Medikamentenplan immer zuerst mit ihrem behandelnden Arzt.

Typische Krankheiten und Zustände, die auf Kalium bichromicum ansprechen können

Kalium bichromicum ist in der Homöopathie bekannt für seine Verwendung bei einer Vielzahl von Krankheiten und Zuständen. Typische Krankheiten und Zustände, die gut auf Kalium bichromicum ansprechen, sind zum Beispiel:
• Atemwegserkrankungen:
Kalium bichromicum wird häufig zur Behandlung von Atemwegserkrankungen eingesetzt, die mit einer hartnäckigen Schleimbildung und Kälteempfindlichkeit einhergehen. Auch bei Erkältung mit Beteiligung der Nasennebenhöhlen mit Schmerzen und Verschlimmerung durch Kälte kann Kalium bichromicum zum Einsatz kommen.
• Chronischer Schnupfen (Rhinitis)
• Kopfschmerzen
• Chronische Bronchitis
• Asthma
• Keuchhusten
• Rheumatisch bedingte Schmerzen
• Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes
• Akne.

Dosierung und Einnahme von Kalium bichromicum bei Erwachsenen

Die genaue Dosierung und Potenzierung des homöopathischen Arzneimittels sollten nach einer homöopathischen Anamnese durch einen qualifizierten Arzt oder Heilpraktiker festgelegt werden. Empfohlen wird die Einnahme von Globuli und Tabletten mithilfe eines Plastik- und nicht mit einem Metalllöffel. Alternativ können die Präparate auch in Wasser gelöst getrunken werden.

Dosierung und Einnahme von Kalium bichromicum bei Kindern

Die Dosierung von Kalium bichromicum bei Kindern wird auf Basis der individuellen Symptome bestimmt. Eine typische Dosierung von Kalium bichromicum ist zum Beispiel eine D6-Potenz.
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die genaue Dosierung und Einnahme von Kalium bichromicum bei Kindern von einem ausgebildeten Homöopathen oder Arzt festgelegt werden sollte, der eine individuelle Anamnese durchführt und den individuellen Gesundheitszustand des Kindes berücksichtigt.
Es ist auch wichtig, dass Eltern oder Erziehungsberechtigte von Kindern immer einen Arzt konsultieren, bevor sie eine homöopathische Behandlung beginnen oder fortsetzen. Eine angemessene Diagnose und Überwachung durch einen Arzt können dazu beitragen, die Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlung zu gewährleisten.

Fragen und Antworten zu Kalium bichromicum

Ist bei der Einnahme von Kalium bichromicum mit Nebenwirkungen zu rechnen?

Kalium bichromicum gilt als gut verträglich. Nebenwirkungen sind keine bekannt. Insbesondere bei höheren Potenzen sollte eine fachkundige medizinische Beratung hinzugezogen werden.

Kann Kalium bichromicum während der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden?

Es gibt keine ausreichenden Studien zur Sicherheit der Einnahme von Kalium bichromicum während der Schwangerschaft und Stillzeit. Frauen, die schwanger sind oder stillen, sollten die Einnahme von Kalium bichromicum mit ihrem Arzt besprechen, bevor sie es einnehmen.

Kann Kalium bichromicum mit anderen Medikamenten eingenommen werden?

Es liegen keine bekannten Wechselwirkungen zwischen Kalium bichromicum und anderen Medikamenten vor. Es ist jedoch immer wichtig, alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die Sie einnehmen, mit Ihrem Arzt oder Apotheker zu besprechen, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden.

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Dr. med. Fred-Holger Ludwig

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